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Die Digitalisierung sorgt für einen tiefgreifenden Wandel in unserer Arbeitswelt. Dabei handelt es sich aber nicht um Prozesse, die wie ein Schicksal über uns kommen, sondern um etwas, was politisch gestaltet werden muss.

Ob uns die Digitalisierung zu mehr Selbstbestimmung verhilft, oder in wachsende Abhängigkeit führt, hängt davon ab, wie wir das Verhältnis von Mensch, Markt und Maschine setzen und ob wir es schaffen, unsere Interessen geltend zu machen und durchzusetzen. 

In diesem Topic geht es darum, wie Arbeit in Zukunft aussehen kann und soll, um den Unterschied zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung, darüber, wie Daten und Algorithmen Personalentscheidungen in Betrieben beeinflussen und um Ideen, deren Ziel es ist, Arbeit im Zeitalter der digitalen Transformation in unserem Interesse zu gestalten und zu organisieren.

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

Ideen für Arbeit

Wie geht Gute Arbeit im Zeitalter der digitalen und ökologischen Transformation? Das war das Thema der LABOR.A® 2019 in Berlin. Im Video werden einige Ideen vorgestellt, wie etwa die Kollektive Unternehmensnachfolge, bei der Mitarbeiter gemeinsam ein Unternehmen weiterführen.

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Interview: "Arbeit der Zukunft"

Zwei Jahre lang haben der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und die Soziologie-Professorin Kerstin Jürgens die Expertenkommission „Arbeit der Zukunft“ geleitet. Ein Gespräch über Debatten, Ergebnisse und Aha-Effekte.

Die Fragen stellten MARGARETE HASEL und JOACHIM F. TORNAU.

Frau Jürgens, Sie haben einmal den schönen Satz gesagt: „Im Denken von Zukunft passiert etwas mit uns: Es strukturiert Vergangenheit und Gegenwart neu.“ Was bedeutet das für das Nachdenken über die Arbeit der Zukunft?

Jürgens: Als wir mit der Kommissionsarbeit begannen, standen viele Schreckensszenarien im Raum: Durch die Digitalisierung würden Arbeitsplätze in großer Zahl verloren gehen, Menschen durch Roboter und Algorithmen ersetzt. Das ist nicht völlig falsch, aber Anpassung und Krisenvermeidung sind nicht die einzige mögliche Antwort und die Zukunft ist offen. Wir haben deshalb erst einmal – ausgehend von empirischen Daten – die gegenwärtige Ausgangslage analysiert. Auf dieser Basis haben wir dann überlegt, wie die zukünftige Arbeitswelt gestaltet werden kann. Nicht was irgendwann vielleicht passieren könnte, war unser Thema, sondern was hier und heute getan werden muss.

Hoffmann: Für uns war das ein Selbstvergewisserungsprozess: Woher kommen wir? Wo stehen wir? Die Bereitschaft, sich aus einer solchen Positionsbestimmung heraus auf Neues einzulassen, ist bei den Gewerkschaften in den vergangenen Jahren gewachsen.

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Fünf Thesen zur Transformation von Arbeitswelt und Gesellschaft

Die Transformation als Thema ist durch die Corona Krise noch stärker in den Fokus gerückt. Die Covid-19-Krise wird die ohnehin fortschreitende Veränderung in ungeahnter Weise vorantreiben und Aufsichtsräte vor ganz neue Herausforderungen stellen. Im Video unten stellte taz-Wirtschaftskorrespondentin Ulrike Herrmann fünf Thesen vor, wie sich die Welt durch die Pandemie verändern könnte.

Selbstbestimmung oder Selbstausbeutung

"Arbeiten losgelöst von Raum und Zeit soll ökonomische Effizienz und individuelle Balance in Einklang bringen." So heißt es in dem Buch "Out of Office" zweier ehemaliger Microsoft Führungskräfte. Erweiterte Handlungsspielräume, kreative Freiheiten, kreatives Handeln, stehen auf der einen, Überforderung, Überlastung, Verantwortungsdiffusion und interessierte Selbstgefährdung auf der anderen Seite.

Monika Brandl, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats und Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Telekom AG, Holm Friebe, Blogger, Publizist, Marken- und Strategieberater, Dozent Julia Gebert, Senior PR Managerin bei Blacklane, Isabel Rothe, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin diskutieren über Flexibilität und Entgrenzung, über Arbeitsverdichtung und toxische Bullshit-Jobs, die krank machen, über Regulierungen für Startups und differenzierte Generationskonzepte, über fehlende Vertragsreserven bei Selbständigen und über Solo-Selbständige, die unter sich keine Sklaven und über sich keine Herren haben wollen.

DIGITALISIERUNG BRAUCHT MITBESTIMMUNG

Um den digitalen Wandel zu meistern, erwarten die Bürger von der Politik, dass sie die Macht der Internetkonzerne begrenzt, Weiterbildung fördert und für mehr Mitbestimmung sorgt.

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Die Menschen in Deutschland sehen die Digitalisierung mehrheitlich positiv: Über zwei Drittel bescheinigen der technologischen Entwicklung der vergangenen zehn Jahre einen hohen Nutzen. Das geht aus einer Studie des Soziologen Stefan Kirchner von der TU Berlin hervor. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass die Bevölkerung sich mehr politische Steuerung wünscht. Eine deutliche Mehrheit spricht sich zudem für mehr Mitbestimmung aus.

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Diskriminiert Künstliche Intelligenz Menschen bei der Personalauswahl in Unternehmen?

Arbeitgeber verfügen über umfassende Daten von Arbeitnehmern und je digitaler Arbeitsprozesse sind, desto umfangreicher sind diese Daten. Die Informationen werden nicht mehr im Stahlschrank abgeschlossen, sondern sind in digitalen Systemen verfügbar, die von DatenanalystInnen genutzt werden, um beispielsweise Aussagen über das zukünftige Verhalten der ArbeitnehmerInnen abzuleiten. Prof. Dr. Katharina Simbeck von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berliner erforscht für die Hans Böckler Stiftung das Thema Diskriminierung beim Einsatz von künstlicher Intelligenz. Sie befasst sich mit den Problemen, die dabei aus der Sicht von Statistikern entstehen, erklärt, wie das Zusammenspiel von Daten, Menschen und Algorithmen zu Effekten führen kann, die weder von ArbeitgeberInnen, noch von ArbeitnehmerInnen erwünscht sind und zeigt auf, was konkret getan werden sollte, um unerwünschte Effekte zu reduzieren. 

BETRIEBSRÄTE BRAUCHEN MEHR RECHTE

Digitale Technologien ermöglichen eine umfassende Überwachung von Beschäftigten. Um Missbrauch zu verhindern, sollte die Mitbestimmung ausgebaut werden.

Die Digitalisierung krempelt das Personalmanagement um: Selbstlernende Algorithmen machen es möglich, bestimmte Aufgaben komplett zu automatisieren. Programme können beispielsweise Bewerbungsunterlagen sortieren und geeignete Kandidaten herausfiltern, per Sprachanalyse Interviews auswerten, durch die Analyse von Beschäftigtendaten Empfehlungen für Weiterbildungen oder Kündigungen generieren.Der Rechtswissenschaftler Peter Wedde von der Frankfurt University of Applied Sciences hat sich in einem Gutachten mit dieser Entwicklung auseinandergesetzt (Bestandteil des Forschungsprojekts „Automatisiertes Personalmanagement und Mitbestimmung“ unter der Leitung von AlgorithmWatch, gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung)

Seine Empfehlung: Um Beschäftigte vor dem hohen Kontrollpotential von Künstlicher Intelligenz (KI) und selbstlernenden Algorithmen zu schützen, sollte der Gesetzgeber bestehende Mitbestimmungsrechte ausbauen. Zusätzlich rät er, den Einsatz von Informationen in arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzungen, die Arbeitgeber unter Verstoß gegen einschlägige gesetzliche Verarbeitungsverbote oder -beschränkungen erlangt haben, gesetzlich zu unterbinden.

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MASCHINENBAU: WIE DIGITALISIERUNG GELINGT

Der Maschinenbau wird immer digitaler. Damit die Interessen der Beschäftigten dabei nicht zu kurz kommen, müssen Betriebsräte frühzeitig und systematisch Einfluss nehmen.

Wichtiger Wirtschaftszweig

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Das gilt auch für den Maschinenbau, einem Herzstück der deutschen Industrie mit mehr als einer Million Beschäftigten. Jürgen Dispan und Martin Schwarz-Kocher vom Stuttgarter IMU-Institut haben Chancen und Risiken dieser Entwicklung aus Arbeitnehmersicht ausgelotet. Ihrer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie zufolge dürfte die Beschäftigungsbilanz im Maschinenbau zunächst positiv ausfallen. Alle Beschäftigten müssten sich auf Auswirkungen der Digitalisierung auf ihren Arbeitsalltag einstellen. Umso wichtiger sei es, sie rechtzeitig einzubinden.

WAS AUF DEN ARBEITSMARKT ZUKOMMT

Trotz Digitalisierung dürfte nach dem aktuellen Stand der Forschung das Beschäftigungsniveau stabil bleiben. Wahrscheinlich aber sind erhebliche Verschiebungen zwischen Branchen und Berufen.

Kaum Folgen für die Jobbilanz

Die Umbrüche in der Wirtschaft, die Digitalisierung, Vernetzung und maschinelles Lernen mit sich bringen, gelten als „vierte industrielle Revolution“. Wie sich diese auf dem Arbeitsmarkt auswirken wird, ist allerdings unklar. Die Hans-Böckler-Stiftung hat zwei umfangreiche Literaturstudien gefördert, die eine Übersicht über den Stand der Forschung bieten. Der Wirtschaftswissenschaftler Bruno Kaltenborn hat 41 empirische Untersuchungen ausgewertet, die sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Beschäftigung in Deutschland befassen. Andrea Laukhuf, Benedikt Runschke, Sabrina Spies und Daniel Stohr vom Wifor-Institut haben 31 Studien analysiert. Kaltenborn kommt zu dem Ergebnis, dass sich Verluste und Zuwächse bei den Arbeitsplätzen gesamtwirtschaftlich ungefähr die Waage halten dürften.
Mehr zum Topic


  • ARBEIT TRANSFORMIEREN! Denkanstöße der Kommission »Arbeit der Zukunft«. zum Bericht der Kommission
  • Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Erwerbstätigkeit. zur Literaturstudie

  • Beschäftigungseffekte der Digitalisierung in Branchen. zur Literaturstudie

  • Homeoffice: Gut, wenn der Rahmen stimmt. zum Böckler-Impuls 

  • Künstliche Intelligenz: Wie sich die Chemie verändert. zum Böckler-Impuls 

  • Zalando-Beschäftigte im Bewertungsstress: Die Digitalisierung bietet Arbeitgebern nie gekannte Möglichkeiten der Kontrolle. zum Böckler-Impuls

  • PERSONALMANAGEMENTSYSTEME: SUCCESSFACTORS (MYHR)

    Durch die unterschiedlichen Module der Software SuccessFactors können viele personenbezogene Daten in Unternehmen erhoben, aggregiert und für datengetriebene Auswertungen benutzt werden. Anhand der Gesamtbetriebsvereinbarung zu einem cloudbasierten HR-Management-System sollen beispielhaft Regelungen für die digitalisierte Personalarbeit und daraus resultierende Chancen und Risiken für die Mitbestimmungsakteure aufgezeigt werden.

  • Weitere Videos von der Hans Böckler Stiftung bei (wlp)°

Böckler Topics

Soziale Ungleichheit: Die Schere öffnet sich


Zukunft der Demokratie: Politik und Arbeit


Europa: Wie denken wir uns Europe, wie sehen wir Europa?


Zukunft der Arbeit: Ideen sind das Wichtigste!


Mitbestimmung: Eine Forderung unserer Zeit


Nachhaltige Arbeit: Klimaschutz sozial gerecht gestalten


Böckler Port

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