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Soziale Ungleichheit schadet allen: Der Wirtschaft insgesamt, auch den Reichen und den Armen sowieso.

Die Hans Böckler Stiftung lässt Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler untersuchen, was soziale Ungleichheit ausmacht, wie hoch sie ist und welche Ursachen und Auswirkungen sie hat. Die Daten zur sozialen Ungleichheit werden von verschiedenen Akteuren allerdings auf verschiedene Weise interpretiert, eingeordnet und bewertet.

UNGLEICHHEIT BREMST DIE WIRTSCHAFT

Höhere Löhne, mehr Verteilungsgerechtigkeit – davon würden nicht nur Einzelne profitieren, sondern die gesamte Wirtschaft.

Wenn sich die Einkommen der breiten Masse schwach entwickeln, gefährdet dies die wirtschaftliche Stabilität. Wenn nicht genug Geld übrig ist, halten sich die Menschen beim Konsum zurück. Das schadet der Binnenwirtschaft. Um zu einem ausgewogenen Wachstumsmodell zu kommen, müssten die unteren und mittleren Einkommen stärker steigen. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Jan Behringer vom IMK und Till van Treeck von der Universität Duisburg-Essen. Die Forscher haben für 20 Länder im Zeitraum von 1972 bis 2007 untersucht, wie sich die Einkommensverteilung auf die Wirtschaft der jeweiligen Staaten auswirkt.

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Topverdiener ziehen davon

Wirtschaftswachstum ist nicht gleich Wohlstand

Der gesellschaftliche Wohlstand in Deutschland hat zuletzt zugenommen – es existiert aber weiterhin ein großer Rückstand zum Wirtschaftswachstum. Der Nationale Wohlfahrtsindex (NWI) bezieht anders als das BIP nicht nur das Wachstum, sondern auch andere wohlfahrtsrelevante - ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in die Rechnung mit ein. 

Mehr Informationen zum NWI.

Im Video unten wird dargestellt, wie der Nationale Wohlfahrtsindex berechnet wird. 

WSI Verteilungsbericht 2019:

Arm und reich driften immer weiter auseinander - trotz guter wirtschaftlicher Entwicklung. 

Die Schere bei den verfügbaren Einkommen hat sich in Deutschland weiter geöffnet, die Einkommensungleichheit befindet sich trotz der über Jahre guten wirtschaftlichen Entwicklung auf einem historischen Höchststand.

Den steten Anstieg der Ungleichheit belegen übereinstimmend Berechnungen mit unterschiedlichen statistischen Maßen zur Einkommensverteilung. So lag der Gini-Koeffizient, das gebräuchlichste Maß für Ungleichheit, Ende 2016 sogar noch um zwei Prozent höher als 2005 – dem Jahr, das unter Forschern nach einem drastischen Anstieg der Einkommensspreizung seit Ende der 1990er Jahre als besonders „ungleich“ gilt. Zwei Faktoren, so das Wirtschafts und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans Böckler Stiftung, haben die materielle Ungleichheit in den vergangenen Jahren vor allem wachsen lassen: Hohe Einkommensgruppen haben von sprudelnden Kapital- und Unternehmenseinkommen profitiert und dadurch die große Mehrheit der Haushalte in Deutschland beim verfügbaren Einkommen deutlich hinter sich gelassen. Auch mittlere Einkommen wurden durch die gute Lage am Arbeitsmarkt und spürbare Lohnsteigerungen aufgewertet. Der weitaus größte Anteil der Erwerbstätigen (40 %) dagegen fielen als Geringverdiener weit zurück.

Mehr Informationen zum WSI Verteilungsbericht Bericht. 


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Soziale Ungleichheit in Deutschland auf neuem Höchststand

Der Kurzfilm unten fasst zusammen, wie die Verfasser des WSI Verteilungsberichts die Verteilung in Deutschland gemessen haben und zu welchen Ergebnissen sie gekommen sind.

Was misst der Gini-Index?

Der Gini-Koeffizient oder auch Gini-Index ist ein statistisches Maß, das vom italienischen Statistiker Corrado Gini zur Darstellung von Ungleichverteilungen entwickelt wurde.

  • Der Gini Koeffizient misst die Verteilung des Einkommens. 
  • Ein Index von 0 bedeutet: Alle haben gleich viel.
  • Ein Index von 1 bedeutet: Einer besitzt alles.
  • Der Gini Koeffizient lag 2016 lag bei 0,297 in Westdeutschland und bei 0,264 in Ostdeutschland. 

 Für mehr Informationen über den Gini-Index geht es hier zum Wikipedia-Eintrag.

Der Gini-Index im EU Vergleich

Im EU-Vergleich liegt Deutschland bei der Ungleichheit der verfügbaren Haushaltseinkommen im Mittelfeld. Im Jahr 2017 lag der Gini-Koeffizient für Deutschland mit einem Wert von 0,29 leicht unter dem EU-Durchschnitt (0,31). Zu den Ländern mit einer noch höheren Ungleichheit als Deutschland gehören allerdings vor allem die Krisenländer des Euroraums und die neuen Beitrittsländer Mittel- und Osteuropas. Die west- und nordeuropäischen Länder weisen eine eher geringe Einkommensungleichheit auf.

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Der Gini-Index im globalen Vergleich

Im globalen Vergleich steht Deutschland recht gut da. Allerdings ist die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen hierzulande größer als in vielen anderen Industriestaaten. Kasachstan und Afghanistan (dunkelgrün eingefärbt) überraschen mit einem Wert von 25-30 (in%). Weniger überraschend ist, dass die Ungleichheit in den USA mit einem Wert zwischen 40 und 45 im Vergleich zu anderen Industriestaaten sehr hoch ist.

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Quelle: Wikipedia

Gini-Koeffizient (in %) der Einkommensverteilung (Weltbank, 2014) 

Hier finden Sie aktuelle Zahlen aus der WIID – World Income Inequality Database der United Nations University

Welches Kraut hilft gegen soziale Ungleichheit?

Dr. Spannagel stellt im Video unten den WSI Verteilungsbericht vor. Um sozialer Ungleichheit etwas entgegenzusetzen, empfiehlt sie unter anderem, die Tarifbindung im Niedriglohnsektor zu stärken und die Steuern auf Spitzeneinkommen zu erhöhen.

Ungleichheit: (K)ein Problem?

Wie sind die Ergebnisse des Verteilungsberichts und anderer Erhebungen zur Verteilung in der Gesellschaft einzuordnen und zu bewerten - und welche politischen Maßnahmen sollten ergriffen werden? Darüber diskutierten Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft und Prof. Dr. Peter Bofinger von der Universität Würzburg bei der Verteilungskonferenz: "Gerechter ist besser!?" des DGB und des WSI, am Berlin, 17. Oktober 2019

Die Debatte um die Zukunft von HARTZ IV ist in vollem Gange und nimmt immer stärker an Fahrt auf: Muss HARTZ IV abgeschafft oder reformiert werden? Wenn ja, in welche Richtung sollen diese Reformen gehen? Bleibt das Arbeitslosengeld I unverändert oder sind auch hier Reformen notwendig? Im Video unten: Bernd Fitzenberger (HU Berlin).

Mehr zum Topic 


Böckler Topics

Soziale Ungleichheit: Die Schere öffnet sich


Zukunft der Demokratie: Politik und Arbeit


Europa: Wie denken wir uns Europe, wie sehen wir Europa?


Zukunft der Arbeit: Ideen sind das Wichtigste!


Mitbestimmung: Eine Forderung unserer Zeit


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